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Mit drei Kindern alleine reisen? Reiseverrückte dreifach Mama teilt ihre Tipps & Erfahrungen:


Ein Gastbeitrag von Ina @stories_of_near_and_far

 

Wenn man auf Facebook und Instagram ein bisschen in dem Thema Reisen mit Kindern wühlt, hat

man schnell das Gefühl, richtig langweilig zu sein.

 

Anscheinend machen alle anderen längere, außergewöhnlichere und spektakulärere Reisen mit ihren Kids – oder sind ohnehin schon längst in Deutschland abgemeldet.

 

Aber inzwischen ist mir aufgefallen, dass ich anscheinend etwas noch viel Ungewöhnlicheres tue:

  • Allein reisen mit drei Kindern.

Tatsächlich hab ich auf Gesuche hin in diversen Facebook-Gruppen kaum „Gleichgesinnte“ gefunden.

 

Scheint also wirklich was ganz Seltenes zu sein, mit 3+ Kindern allein zu verreisen.

 

Im wahren Leben hab ich sowieso noch niemanden getroffen, der sich das antut.

Und, was soll ich sagen, ich kann es verstehen.

Weil ohne ist es nicht: Man muss schon ein bisschen bescheuert sein, um es sich anzutun!

 

Vorweg: Ich bin nicht alleinerziehend. Aber mit einem Mann verheiratet, der weder so reisefreudig

ist wie ich noch sehr flexibel, was seinen Urlaub angeht.

 

Deswegen bin ich schon immer auch sehr viel allein gereist – erst mit einem Kind, was wirklich (im Nachhinein betrachtet noch mehr) sehr easy ist, dann mit Zweien und inzwischen eben mit Dreien, die jetzt 8, 4 und 2 Jahre alt sind.

 

Ich bin für #morerealityoninstagram und auch in diesem Artikel hier werde ich nichts beschönigen

und dir nicht erzählen:

  • „Drei Kinder? Kein Problem, mach dir nicht zu viele Gedanken, pack die Koffer und los geht’s!“

 

Tatsächlich muss man sich mit jedem Kind mehr auch mehr Gedanken machen, wie man ́s gestalten könnte, damit ́s trotzdem – zumindest phasenweise – halbwegs entspannt wird.


Ich versuche hier mal, die wichtigsten Punkte, die man beachten sollte, aufzuzählen:

• Die Wahl der Unterkunft:

Die Ansprüche an die Unterkunft steigen EXPONENTIELL, wenn man mit mehreren Kindern alleine verreist.

 

Mit einem Kind kann man ja praktisch überall unterkommen: bei Freunden, in einem ganz normalen Hotelzimmer, vielleicht auch in einer nicht ganz so kinderfreundlichen Umgebung, denn man kann sich ja dem einen Kind widmen, mit ihm spielen, auf es aufpassen.

  • Die Unterkunft ist für mich der zentrale Faktor geworden, davon hängt maßgeblich ab, wie entspannt der Urlaub werden kann.

Und ich muss sagen, ich bin inzwischen ziemlich professionell geworden im Suchen und Finden der passenden Unterkunft – fragt mich gerne um Rat ;-)

 

Nein, den kriegt ihr ja hier und jetzt, also: Generell sollte die Unterkunft so gestaltet sein, dass man einfach auch mal ein bisschen Zeit zu Hause verbringen kann und nicht den ganzen Tag auf Achse sein muss.

  • Also: etwas Platz, Möglichkeit zu kochen – immer nur unterwegs essen ist mega anstrengend -, Spielzeug, Fernseher, idealerweise noch ein eingezäunter Garten mit ein paar Spielmöglichkeiten für Kinder.

 


• Schlafen

Man sollte sich Gedanken über die Schlafsituation machen:

Werden die Kinder, wenn sie es zu Hause tun, auch im Urlaub alleine in einem Zimmer schlafen?

Wenn man nicht alleinerziehend ist – wie kompensiert man das Fehlen des Vaters beim ins Bettbringen oder nachts?

Ich muss sagen, die Nächte waren lange mein größtes Hemmnis am Alleinreisen – für drei Kinder, die alle (manche mehr, manche weniger) noch ihre nächtlichen Bedürfnisse haben, alleine da zu sein – puh.

 

Schlaf nachholen am Tag danach ist natürlich auch nicht – denn auch am Tag danach ist kein Papa da, kein Kindergarten, keine Oma.

Aber, ich muss sagen, wir sind auch an diesen Herausforderungen gewachsen.

Meine Mittlere schlief auf einmal ohne einen Elternteil, nur mit ihrem großen Bruder zusammen, im Bett. Das hätten wir zu Hause wahrscheinlich nie ausprobiert.

 


• Klein anfangen

Nicht gleich in die Karibik fliegen, sondern erstmal ein Wochenende irgendwo in der Nähe verbringen.

Vielleicht findest du dann heraus, dass du gar nicht in die Karibik willst, mit drei Kindern. Oder du arbeitest dich langsam vor zur Karibik, lernst von Reise zu Reise mehr, was gut geht und was nicht.

 


• Kein Druck.

Es muss nicht klappen.

Du darfst auch zu dem Schluss kommen, dass dir das einfach zu stressig ist. Oder die Kinder noch zu klein. Dass du nicht auf das Betreuungsnetzwerk, das du nur zu Hause hast, verzichten willst.

 

Dass die Kinder durch die vielen, neuen Eindrücke überreizt sind, vielleicht noch schlechter schlafen als zu Hause oder Heimweh haben.

Du darfst die Reise abbrechen, wieder nach Hause fahren.

  • Du musst niemandem etwas beweisen.

Vielleicht gab es Leute, die dich gewarnt hatten und die jetzt recht haben. Das ist egal. Ihr habt auf jeden Fall eine wichtige Erfahrung gemacht, die euch weiterbringt – egal, wie weit oder wie lange ihr verreist seid.

 


• Erfahrung mit den Kindern allein zu sein

Bist du auch im Alltag viel alleine unterwegs mit deinen Kindern?

Bei mir ist das auf jeden Fall so, und das hilft mir auch auf Reisen.

 

Ich kenne Aktivitäten, die wir ohne Papa gut hinkriegen und weiß auch, welche Situationen wir meiden sollten. Ich weiß, wie ein Schwimmbad aussehen muss, damit mir kein Kind absäuft. Ich weiß, dass wir in kein „normales“ Restaurant gehen können, sondern höchstens zu McDonalds.

 


• Die Gegend:

Natürlich ist auch die Umgebung neben der Unterkunft nicht völlig unwichtig.

ABER ich finde, es gibt fast überall schöne Dinge, die man mit Kindern unternehmen kann, deswegen ist die Gegend definitiv zweitrangig und wir kommen zum nächsten Punkt →

 


• Die Vorbereitung:

  • Es gilt herauszufinden, was man alles unternehmen kann am Urlaubsort.

Hier kann Google helfen. Ich hole mir zusätzlich oft Tipps in Facebook-Gruppen – das kann nicht nur bei Planung der Unternehmungen helfen, sondern auch bei der Unterkunftswahl.

 

Was immer geht und nicht fehlen darf: Spielplatz-Besuche.

Auf Spielplätzen kann sogar eine alleinreisende Mama mit drei Kids im Schlepptau mal kurz durchschnaufen.

 

Und in Städten, falls vorhanden, Fußgängerzonen ansteuern.

Hier können sich die Kids austoben, ohne dass man sie ständig vor Autos retten und warnen muss. Und in Fußgängerzonen gibt es immer etwas zu entdecken.

 

Absoluter Geheimtipp für Städtetrips (im Sommer): Brunnen! Es gibt viele Brunnen, in denen Kinder ein bisschen pritscheln können. Ersatzkleidung nicht vergessen!

 


• Reisepartner

Zu guter Letzt gibt es noch einen Punkt, bei dem ich eigentlich eher selbst nach Rat suche:

  • Soll ich mir einen Reisepartner suchen oder nicht?

Mit drei Kindern ist es echt praktisch, alles im eigenen Tempo machen zu können und den eigenen Bedürfnissen entsprechend.

Drum hat es durchaus Vorteile, einfach allein zu reisen mit den Kids.

ABER zugleich fehlt es mir dann total, zwischendurch mal einen erwachsenen Ansprechpartner zu haben – mit drei Kindern, denen man hinterherlaufen muss, kommt man nämlich nicht mehr so leicht ins Gespräch mit anderen Eltern.

Sitzt am Spielplatz, am Strand oder am Pool selten einfach bloß da, sondern ist meistens im Einsatz. Oft hätte ich mir gewünscht, doch eine andere Mama oder Familie dabei zu haben. Aber letztendlich hab ich mich zumindest bei den bisherigen Trips mit drei Kids dann doch immer für die genannten Vorteile des Allein-Reisens entschieden.

  • Wenn man aber mal wieder langfristiger planen kann, würde ich mir beim nächsten Mal vielleicht doch noch Mitreisende suchen.
  • Gerade bei einer Fernreise würde ich mich auch sicherer fühlen, wenn ich noch jemanden dabei hätte, der im Fall der Fälle auch mal auf meine Kinder aufpassen könnte.

 

Gibt ́s hier irgendjemanden unter Euch, der schon mal alleine mit drei (oder gar noch mehr Kindern) verreist ist?

 

Liebe Grüße Ina von @stories_of_near_and_far

 


 

Hi. Ich bin ́s, die Ina. Mama von drei Kindern, mit denen ich gerne verreise. Mal mit Papa, mal mit Freunden und mal alleine – so alleine wie man eben sein kann, wenn man zu viert ist. 😅

 

Und genau darum geht’s auch auf meinem Instagram Kanal: @stories_of_near_and_far, ums Allein-Reisen mit drei Kindern. Schau gerne vorbei!


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