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Der Berg ruft! Wandern mit Kindern


 

Die Berge haben mich schon immer magisch angezogen. Ich konnte mich ihrer Schönheit noch nie entziehen. Schon während der Schulzeit ging ich mit Freundinnen gerne wandern. Damals noch unbeholfen mit Turnschuhen und Handtasche.

Ein wenig professioneller wurde meine Wanderausrüstung während meiner Anstellung in einem Hotel in den Tiroler Alpen. Dort bestieg ich auch meinen ersten 3.000er. Auch lernte ich eine wichtige Lektion fürs Leben: "Bleibe auf den ausgewiesenen Wegen!" :)

Obwohl ich die Berge liebe, vergingen ganze fünf Jahre bis ich das erste Mal mit Kind auf einen Berg gestiegen bin. Ich hatte Angst, dass wir den Weg nicht schaffen und ich mich zu Tode schleppen muss, weil sie nicht mehr gehen kann oder mag. Eine befreundete Familie, die auch gerne wandert, lud uns dann schließlich zu einer gemeinsamen Wanderung ein. Gesagt. Getan.

Wie es war? Unsere Erfahrungen und Tipps:


Vorbereitung und Planung

Der Ausflug in die Berge ist normalerweise eine Unternehmung, die gut und gerne den ganzen Tag über dauert. Man muss also von morgens bis abends genau planen.

 

Gerade am Anfang ist es wichtig, die Kinder nicht zu überfordern und lieber einen kurzen Wanderweg zu wählen, einige Pausen einzulegen und sich dann langsam zu steigern. Wenn die ersten Erfahrungen direkt negativ behaftet sind, ist es das nächste Mal schwerer, die Kinder zum Wandern zu motivieren. In erster Linie sollte die gemeinsame Wanderung Spaß machen.

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Die Wanderausrüstung

Schuhe: Richtige Bergschuhe sind das Wichtigste, sie müssen gut passen und bequem sein.

Stöcke: Stöcke sind optional, ich mag sie gerne. Kinder haben manchmal plötzlich keine Lust mehr darauf, eine Befestigung am Rucksack schafft Abhilfe.

Sonnenhut: Eine Kopfbedeckung sollte man immer dabeihaben. Wenn wir durch den Wald gehen und wir keinen Hut brauchen, befestige ich ihn mit Karabiner außen am Rucksack.

Sonnenbrille und Sonnencreme: Die Höhensonne sollte nicht unterschätzt werden und auch an bedeckten Tagen sollte trotzdem Sonnencreme aufgetragen werden.

Mückenspray: Wirksam gegen Stechmücken UND Zecken.

Kleines Handtuch: Ich habe immer ein Mikrofaser-Sporthandtuch dabei. Es dient mir neben der Abtrocknen-Funktion auch als Picknickdecke, Schal und Decke um mich zu wärmen. 

Rucksack: Mein Rucksack hat ein Füllvolumen von 36l, Hüftgurt und Rückhaltesystem.

Trinkblase: Ich benutze eine Trinkblase. Man muss den Rucksack während des Trinkens nicht abnehmen und trinkt automatisch mehr. Gerade bei schwierigen Passagen kann das Absetzen des Rücksacks sogar gefährlich werden.

Handy und Geld: Ausreichend Bargeld, sowie eine Kreditkarte für Notfälle. Auf ein aufgeladenes Handy achten und evtl. eine kleine Powerbank mitnehmen, dann kann man im Ernstfall Hilfe holen.

Wanderkarte: Eine Landkarte der Region mit den eingezeichneten Wanderwegen, sowie Fahrplänen (Bus, Seilbahn etc.)

Erste Hilfe: Ein kleiner Verbandskasten sowie Blasenpflaster habe ich immer dabei.

Taschenmesser: Um den Apfel zu schneiden oder man zufällig den perfekten Steinpilz findet.

Taschentücher: Braucht man einfach immer.

 

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Empfehlung aus Überzeugung!

 

Das ist meine 3l/2l Trinkblase von CamelBag. Dank der großen Öffnung kann man die Trinkblase einfach befüllen und säubern. Sie hat keinerlei Plastikgeschmack beim Trinken. Für Erwachsene rate ich zur 3l Trinkblase und für Kinder würde ich die 2l Trinkblase empfehlen.

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 Das ist mein auf Herz und Hieren geprüfter Wanderrucksack, der OSPREY Kite 36. Für Kinder gibt es den OSPREY Ace 50 (blau)

(Osprey gilt als die nachhaltigste Outdoor Marke für Hartware!)

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Die Verpflegung

 

Angefangen beim Frühstück: Es sollte komplexe Kohlenhydrate enthalten und lange satt machen (Haferflocken mit Obst, Vollkornbrot etc.) das liefert die nötige Energie für den Aufstieg.

 

Im Gepäck dürfen Nüsse und Müsliriegel nicht fehlen. Auch einen Apfel, Kekse und belegte Brote habe ich normalerweise mit im Gepäck. Außerdem genug zu trinken! Mind. 1,5l Wasser pro Person einplanen. An heißen Tagen noch mehr.

 

Wenn nicht genug Flüssigkeit oder Verpflegung mitgenommen werden kann, plant unbedingt einen Stopp auf einer Berghütte mit ein.


Wanderroute : Der Weg ist das Ziel - Hauptsache abwechslungsreich !

Der Weg sollte ein wenig Entertainment bieten und sich für Kinder lohnen. In den Bergen gibt es tolle Wanderwege, die extra auf kleine Besucher ausgelegt sind. 

Gute Indikatoren sind z.B. ein Walderlebnispfad oder Spielplatz. Als Ziel eignet sich auch ein See oder Bach zum plantschen. Auch Burgen und Ruinen sind beliebt. Außerdem sind Aussichtspunkte, Kletterfelsen oder einfach eine Berghütte auf der es eine Apfelschorle gibt ein gutes Ziel.

 

Kinder lassen sich noch gut begeistern und mit einem definierten Ziel verlieren sie nicht so schnell die Motivation.

Natürlich wird es irgendwann auch mal Protest geben und die Sinnhaftigkeit dieser Lauferei in Frage gestellt. In diesem Falle muss man die Situation dann gemeinsam meistern und irgendwie einen Weg zurückfinden.

Vielleicht bietet sich hier eine Pause an und ein paar Kekse geben neue Kraft. Vielleicht darf das Kind in die Kraxe zurück oder in ein Tragetuch.

Wenn die Kinder aber schon zu groß und schwer sind, sollte man einfühlsam sein.

 

Eventuell nützt auch Ablenkung von der Situation und man lässt die Kinder einen Strauß aus Blättern, Zweigen und Blumen pflücken oder man macht einen Tannenzapfen Weitwurf, der Verlierer muss zuhause die Wanderschuhe putzen. :) Seid Kreativ!


Kraxe, Gipfelkreuz und Klettersteig

Auf diesem Bild lache ich zwar, es war mir aber in Wirklichkeit alles andere als zum Lachen zu mute. Wir umrundeten einen See und ich wollte die Kraxe ausprobieren. Ich fand das Tragen extrem schwer und kann mir nicht vorstellen, damit auf den Berg zu gehen. Viellicht bin ich auch zu schwach, das Kind war zu schwer oder die Kraxe qualitativ einfach schlecht, auf jeden Fall: "Puh!" Für mich unmöglich. 

Andere schwören darauf, deshalb muss es vielleicht jeder einfach selbst ausprobieren.

 

 

Bitte nicht

 

Die letzten Meter hinauf zum Gipfel können ganz schön anstrengend werden und in eine richtige Kraxelei ausarten. Ich sehe das ehrlich gesagt sehr kritisch und finde es sogar fast fahrlässig mit einem kleinen Kind im Schlepptau, der Kraxe oder dem Tragetuch bis zum Gipfel zu steigen. Es ist einfach gefährlich. Ein Moment der Unachtsamkeit, ein falscher Tritt, man stürzt und die Tragödie ist vollbracht. 

Also: Geht kein unnötiges Risiko ein!


Alpenverein (DAV)

Werbung: aus Überzeugung (unbezahlt)

Für einen Jahresbeitrag kann man dem deutschen Alpenverein beitreten. Man hat dadurch zahlreiche Vorteile.

Die Mitgliedschaft beinhaltet beispielsweise die Kostenübernahme bei alpinen Unfällen.

Wir wollen aber mal nicht vom Schlimmsten ausgehen. Weitere Vorteile der Mitgliedschaft:

  • Man kann sich organisierten Berg-Touren des DAV anschließen.
  • Online Zugriff auf Wanderkarten.
  • Auf ausgewählten Alpenvereinshütten gibt es vergünstigte Bergsteigermenüs.
  • Für Übernachtungen auf Berghütten erhält man vergünstigte Konditionen.
  • Selbstversorgerhütten können exklusiv von Mitgliedern des DAV gebucht werden.
  • Wer sich Bergsteiger-Equipment ausleihen möchte, kann dies an einer Niederlassung des Vereins tun.

Abschließend möchte ich nur noch sagen, dass die Kinder unbedingt für ihre Leistung gelobt werden müssen.

Sagt euren Kindern, "Gut Gemacht". 

Sagt, dass ihr stolz seid und sie lieb habt!

Berg Frei! Clear Sky!

Schaut doch mal in den Bergen vorbei !


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