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Mutter-Kind-Kur: Auch Superheld*innen sind mal müde!


 

Unser Arbeitspensum und die Anforderungen an uns Eltern, vor allem an die Mütter, sind heutzutage enorm. Kaum jemand findet mehr die richtige Balance zwischen Alltagsstress und Freizeitspaß.

  • Es ist daher nicht verwunderlich, dass jedes Jahr 50.000 Mütter und Väter zur Kur fahren.

 

Gerade wir Mütter kämpfen jeden Tag bis ans Limit für die Kinder und die Familie.

  • Unsere Bedürfnisse stellen wir hinten an.
  • Unsere Grenzen werden in ungesundem Maße permanent überschritten und somit immer weiter nach oben korrigiert. Bis wir irgendwann selbst nicht mehr wissen wo unsere Grenzen überhaupt liegen.

 

Superheldinnenhaft versuchen wir mit allem fertig zu werden, alles einfach durchzustehen.

  • Wir messen uns an unrealistischen Standards der Gesellschaft, die uns vermeintlich immer noch nicht ausreichend erscheinen.
  • Wir machen uns selbst fertig, sind hart zu uns, zweifeln an uns, kritisieren uns, fühlen uns schuldig, weil wir zu viel arbeiten und zu wenig Zeit haben.

 

ABER Mütter sind auch nur Menschen mit Fehlern, Gefühlen, Grenzen und Ängsten. Auch wir brauchen Zeit für uns, wir brauchen Ruhe und Erholung. Permanent funktionieren zu müssen macht auf Dauer unglücklich und krank.

 


Wer darf zur Kur fahren?

 

Grundsätzlich steht jedem Erziehungsberechtigtem alle vier Jahre eine Mutter- bzw. Vater-Kind-Kur zu. Alleinerziehenden sogar alle zwei Jahre.

 

Es handelt sich um eine Kassenleistung und wird vollständig von der Krankenkasse übernommen.

  • Alle Informationen und notwendigen Formulare erhält man dort.
  • Sobald der Antrag vorliegt, solltest Du auch den Hausarzt mit ins Boot holen. 
  • Mit seiner Unterstützung werden die Formulare vervollständigt.

 

TIPP:

Gib deinen Gesundheitszustand möglichst genau und ausführlich an: Neben den Angaben zu Beschwerden und Erkrankungen muss man offenlegen, wie die Beschwerden den Alltag negativ beeinflussen und sich auf das Arbeitsleben auswirken.

Bei diesen Punkten ausführlich antworten und ggf. auf einem extra Blatt weiterschreiben.

 

Nur wenn der Sachbearbeiter die absolute Notwendigkeit erkennen kann, wird der Antrag auch genehmigt!

 

 

Warum es eine Kur bedarf ist immer Individuell zu betrachten. Die eindeutigsten Hilferufe sind:

  • Bei chronischen Krankheiten
  • Körperliche oder seelische Beschwerden, die den Alltag und das Arbeitsleben negativ beeinträchtigen
  • Wer sich im Alltag überfordert oder gar ausgebrannt fühlt. (Auch bei sonst körperlicher Gesundheit sollte man lieber früh als zu spät eine Kur beantragen, sie dient auch der Prävention).
  • Bei anhaltendem Stress, der eine Gefährdung für die Gesundheit wahrscheinlich macht.
  • Wenn davon ausgegangen werden kann, dass die Gesundheit und Entwicklung des Kindes gefährdet ist.
  • Wer Angehörige pflegt und dadurch einer besonderen Belastung ausgesetzt ist.

 

Der Antrag könnte von der Krankenkasse abgelehnt werden.

In einem solchen Fall lohnt es sich Einspruch einzulegen und die Notwendigkeit nochmal ausführlich zu begründen!

 


Die Rahmenbedingungen

 

Nachdem der Antrag von der Krankenkasse genehmigt wurde, wird gemeinsam versucht eine geeignete Einrichtung zu finden.

  • Nach Genehmigung muss die Kur in den nächsten sechs Monaten stattfinden.

 

Man muss für den Zeitraum der Kur freigestellt werden!

  • Die Freistellung wird nicht vom Jahresurlaub abgezogen und muss vom Vorgesetzten abgesegnet werden.
  • Selbstverständlich erhält man für diesen Zeitraum auch das volle Gehalt.

 

Kinder bis 12 Jahren, in besonderen Fällen bis zum 14. Lebensjahr, dürfen mit zur Kur fahren.

  • Wenn beim Kind ebenfalls gesundheitliche Probleme bestehen, erhält das Kind auch eine Behandlung in der Klinik.

 

Der Kuraufenthalt dient in erster Linie der Vorbeugung und der Erholung!

  • Ob die Akkus vollständig aufgeladen werden können, ist ungewiss.
  • Die Kliniken bieten dafür aber den Rahmen und versuchen, das optimale Ergebnis herauszuholen.
  • Die Mischung aus Bewegung und Entspannung führt in vielen Fällen (auch bei mir) gegen Ende der Kur zu einer Linderung der Beschwerden.
  • Allerdings wird während des Aufenthalts nur der erste Schritt gegangen und die Richtung gewiesen. Zuhause muss man dann selbst auf diesem Weg weitergehen.
  • Nur wenn man das Erlernte mit nach Hause in den Alltag nimmt, ist der Kur-Erfolg auch von Dauer.

 

Es kann auch vorkommen, dass eine Kur vorzeitig abgebrochen werden muss.

  • Gründe hierfür können starkes Heimweh sein oder wenn es einfach nicht mit der Fremdbetreuung klappt.
  • Auch der Fall, dass man währenddessen krank wird, kann den Erholungserfolg schmälern. Man muss während der Zeit des Infekts auf dem Zimmer bleiben.
  • Leider schwirren in diesen Einrichtungen mit so vielen, verschiedenen Menschen jede Menge Erreger herum und die Gefahr krank zu werden, ist einfach nicht auszuschließen.

 


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Falls du auch zur Kur fahren möchtest, hier die wichtigsten Punkte :

  • Kur beantragen: Hausarzt mit ins Boot holen und ausführlich die Beschwerden schildern
  • Geeignete Klinik heraussuchen
  • Dem Arbeitgeber frühzeitig die nötigen Unterlagen zukommen lassen
  • Auf Tränen während Fremdbetreuung oder Heimweh einstellen
  • Eine Isolation im Zimmer aufgrund von Krankheit kann erforderlich sein
  • Straffer Therapieplan, evtl. wenig Freizeit
  • Nicht jede Kur ist von Erfolg gekrönt oder muss sogar abgebrochen werden
  • Versuche das Meiste aus der Kur herauszuholen und werde selbst aktiv, die Einrichtung bietet lediglich den Rahmen

 

Durftest du schon mal zur Kur fahren? Erzähl mir gerne, wie es war!


Linda von Irgendwo mit Kind



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