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Urlaub in Agadir, Marokko: der Orient, Kamele, Wüste und Meer


 

An einem schönen Wintertag im Dezember starteten wir in den wohlverdienten Jahresurlaub. Marokko hat mit 300 Sonnentagen das ganze Jahr über Saison. Kein Wunder also, dass viele Touristen gerne nach Marokko reisen. Die Unterbringung im Luxushotel ist bezahlbar, selbst im Winter gibt es Traumwetter mit bis zu 25 Grad, und in Sachen Service und Gastfreundschaft sind die Marokkaner Spitzenklasse.

Wir empfanden die Einheimischen weder aufdringlich, noch haben wir uns jemals unwohl oder fehlplatziert gefühlt.

Landschaftlich und kulturell kann Marokko ebenfalls punkten.

Aufgrund unser positiven Erfahrung kann ich mit gutem Gewissen jeden dazu ermutigen, das Hotel auch mal zu verlassen und sich ein wenig von dem vielseitigen und wirklich zauberhaften Land anzusehen.

 

Wir hatten in Marokko einen richtig tollen Urlaub, es war die richtigen Mischung aus Erholung im Luxus und Abenteuer. Vielleicht verschlägt es dich auch bald in die Gegend um Agadir und du bist Dir nicht sicher, was dich dort erwartet und was du dort unternehmen kannst!? Dann haben wir einige Vorschläge für dich!

Wir teilen hier unsere Erfahrungen mit dir und hoffen sehr, dich aus der Hotelanlage raus in das echte marokkanische Leben locken zu können.

Erste Impressionen: Orient, Wüste, Kamele & Meer


AGADIR - Hafenstadt am Atlantik im Süden Marokkos

Agadir liegt an der Atlantikküste und verfügt über einen internationalen Flughafen sowie einen wichtigen Handelshafen. An der Hafen-Promenade kann man hervorragend schlendern und in einen der zahlreichen Restaurants einkehren. An den vielen umliegenden Stränden warten Sonnenliegen auf Besucher und in den Hotelanlagen motiviertes Personal, um die internationalen Gäste zu verwöhnen.

 

Etwa 75km im Landesinneren beginnt das Anti-Atlas-Gebirge. Dort entspringt auch der wichtigste Fluss der Region "Oued Massa". Er versorgt die Region mit Wasser. Diesem Fluss begegnet man zwangsläufig, wenn man im Landesinneren unterwegs ist. Er prägt die Landschaft und ist beispielsweise für die Natur-Pools im Paradise Valley verantwortlich.

 


Was kannst Du in der Gegend rund um Agadir unternehmen?

#1 stensafari nach "Assaka" im Atlasgebirge
#2 Silberstadt "Tiznit"
#3 Surfer-Stadt "Taghazout"
#4 "Taroudant", auch als „Klein Marrakesch“ bekannt
#5 Ausflug zu "Paradise Valley"


#1

Wüstensafari nach "Assaka" im Atlasgebirge

 

Unser erster Ausflug war in die nahegelegene Wüste des Anti-Atlas-Gebirges.

Dafür haben wir uns einer geführten Tour angeschlossen, die von unserem Hotel organisiert wurde. Es war durchaus angenehm, einen erfahrenen Touristenführer an der Seite zu haben, der alles erklärte und uns zu verschiedenen Orte führte, die wir so nie aufgesucht hätten.

Um den erwarteten Bildern von roten, meterhohen Sanddünen und Kamelkaravanen vorweg zu greifen, das haben wir so leider nicht vorgefunden.

 

Die Wüste ist eher steinig und bietet dennoch jede Menge Abwechslung. Man fährt durch karges, bergiges Gebiet, in dem überwiegend giftige Wolfmilchgewächse auf den sandigen Hügeln wachsen. Ab und an passiert man Bananenplantagen und aufgeforstete Olivenhaine, die von den ansässigen Bauern bewirtschaftet werden.

Der Fluss "Oued Massa" schlängelt sich durch die karge Landschaft Richtung Meer. Man erkennt den Fluss gut, da an dessen Ufer Palmenhaine wachsen.

Die Aussichtsplattform des Staudamm "Youssef Ibn Tachfin" bietet ein herrliches Panorama über die Ausläufer des Anti-Atlas Gebirges.

 

Während der Tour wurde uns viel Interessantes über die Bedingungen der dort lebenden Menschen erzählt. Gut gefallen hat mir, dass die Infrastruktur erstaunlich gut war und nach klugen Ansätzen gesucht wurde, um die auf dem Land lebenden Bauern zu unterstützen. Die Regierung hat ein Aufforstungsprogramm vorangetrieben um in der bisher unwirtschaftlichen Wüste Olivenbäume zu pflanzen.

Es wurde durch den Bau des Staudamms "Youssef Ibn Tachfin" ein Wasserzugang geschaffen: Die Dörfer und Gemeinden erhalten Zugang zu fließendem Wasser, und die Bananenplantagen und Olivernhaine können einfacher bewässert werden.

Auch fielen uns viele kleine, bunte Häuser auf: Das sind Schulen, die den einheimischen Kindern seit einigen Jahren ermöglicht, zur Schule zu gehen.

 

Impressionen aus der Wüste "Ida Ou Tanane" am Rande des Atlasgebirges

In dem Restaurant, in dem wir Mittagessen einkehrten, gab es nur sehr schlechte sanitäre Anlagen, keine Spülung und kaum Wasser um sich die Hände zu waschen. Dieses, aus europäischer Sicht, Hygiene-Defizit entspricht jedoch nur der halben Wahrheit. Die Marokkaner sind sehr reinlich, auch wenn es auf dem ersten Blick nicht so aussieht. Da kommt der islamische Glaube zu Gute. Wudu oder Ablution genannt, ist sowohl eine körperliche Reinigung als auch ein traditionelles Ritual, das Muslime für eine gute körperliche und spirituelle Hygiene vollziehen. Der Glaube gibt vor, sich fünf Mal am Tag mit fließendem Wasser zu waschen.

Ich möchte nicht alles schönreden. Aber ich möchte zeigen, dass nicht alles automatisch schlecht ist, nur, weil es so ganz anders ist als bei uns in Europa.


#2

Silberstadt "Tiznit"

 

Die Stadt Tiznit befindet sich etwa 100km südlich von Agadir.

Sie ist Heimat von 75.000 Menschen und bekannt für die hohe Kunst der Filgran- Arbeit, das ist aufwendiger, filigraner Gold- und Silberschmuck. (Wer also sein Schmuckkästchen auffüllen möchte, sollte Tiznit einen Besuch abstatten. Aber: Handeln nicht vergessen!)

 

Hinter dem großen Marktplatz beginnt der Souk. Ein Souk ist das arabische Einkaufsviertel der Innenstadt. Ein Besuch lohnt sich immer, da man dort in die Welt von Tausend und einer Nacht eintauchen kann. Erlebe den Duft exotischer Gewürze, sieh dir die bunten Stoffe und ausgefallene Waren an, die von den Händlern feilgeboten werden.

 

Jeden Donnerstag findet auf dem großen Marktplatz der Wochenmarkt statt, dort kann man dem geschäftigen Treiben der Anwohner beiwohnen und typisch marokkanische Dinge entdecken. Gewürze, wie Safran, Vanille oder Kreuzkümmel, Berge von frischem Obst oder Gemüse und allerlei Handelswaren des täglichen Bedarfs können hier günstig erstanden werden.

Impressionen aus der Silberstadt Tiznit


#3

Fischerdorf und Surfer-Paradies "Taghazout"

 

Das Dorf Taghazout ist ein verschlafenes Nest am Meer, etwa 40 Autominuten nördlich von Agadir.

 

Es hat aber definitiv den Vibe.  Ich fand das ganze Ambiente so hübsch, wie ein Spaziergang in der Kulisse vom Märchen "Aladdin". Es ist bunt, freundlich und entspannt. Hier fühlen sich nicht nur Aussteiger und Hippies pudelwohl, es tummeln sich auch Surfer aus aller Welt. Die Eingesessenen waren mit Abstand die freundlichsten und hilfsbereitesten Zeitgenossen auf unserer Reise durch Marokko, man durfte alles Fragen, ohne, dass dafür eine Gegenleistung erwartet wurde. Das hat es uns sehr einfach gemacht, Taghazout in unser Herz zu schließen.

 

Die Gassen laden zum Schlendern ein, es gibt Cafés mit Meerblick, frischen Fisch und maßgeschneiderte Schuhe. Außerdem viele Souveniergeschäfte, in denen marokkanische Handwerkskunst angeboten wird.

 

Am Dorfrand von Thagazout kann man hervorragend auf den Felsen sitzen und die Aussicht auf das weite Meer genießen oder entlang des breiten Sandstrandes kilometerweit spazieren gehen. Das ist wirklich Urlaub!

Für alle Sportskanonen bieten ortsansässige Surfschulen Kurse und Leih-Equipment an.

Impressionen aus dem Surferparadis Taghazout

Tipp: Unternehmt einen Spaziergang am Strand von Taghazout und lass die Kinder nach diesen hübschen kleinen Porzellanscherben suchen, diese liegen überall am Strand.

... als Alternative zum Muscheln suchen. Schön oder?
... als Alternative zum Muscheln suchen. Schön oder?

#4

"Taroudant": Gilt auch als "Little Marrakesch"

 

Taroudant ist eine Oasenstadt zu Fuße des Atlasgebirges, umgeben von Obstgärten mit landwirtschaftlich erschlossenem Gebiet und befindet sich etwa 80 km östlich von Agadir im Landesinneren.

 

Das wüstenartige Klima mit kaum Niederschlag im Jahr schadet den dort lebenden 80.000 Menschen aufgrund des daran vorbeifließenden Flusses "Asif Tifnout", nicht. Der Fluss versorgt die Menschen, Tiere und Pflanzen mit ausreichend Wasser.

 

Nähert man sich der Stadt, fällt sofort die große, historische Stadtmauer ins Auge. Die sieben Kilometer lange, aus Lehm erbaute Stadtmauer wurde um die Medina (Altstadt) errichtet und bildet mit seinem Inneren den Souk (das Einkaufsviertel).

Nicht nur aufgrund des ähnlichen Aufbaus wird Taroudant oft als "Little Marrakesch" bezeichnet. Auch Prunk und Schönheit der Stadt können mithalten. Da ich persönlich noch nie in Marrakesch war, kann ich nur weitergeben, was ich vor Ort gehört habe.

 

  • Ein Besuch in Marrakesch wird gerne von den Hotels angeboten, allerdings würde ich davon abraten! Die Fahrt ist sehr lang (und teuer) und da man in einer geführten Tour unterwegs ist, kann man sich sicher sein, dass man nur "ausgewählte" Orte zu Gesicht bekommt - ähnlich einer Kaffeefahrt.

 

Das Beste in Taroudant ist der Souk (arabisches Einkaufsviertel). Hier bleiben keine Wünsche offen. Man kann sich in das Shoppingerlebnis stützen, oder sich nur an den fremden und exotischen Waren erfreuen.

Es reihen sich zahlreiche Geschäfte aneinander: Eine Vielzahl an verschiedenen Handelswaren, wie handgefertigter Schmuck, Leder- und Holzwaren, Haushaltsgegenstände wie Flechtkörbe und Keramikgefäße.

Einen klassischen Supermarkt haben wir nicht gesehen, dafür gab es hunderte Marktstände mit Trockenwaren, Obst und Gemüse, Gebäck oder Gewürzen.

In den "Drogerien" gibt es allerlei Außergewöhnliches zu bestaunen. Dort wird auch das wertvolle und begehrte Arganöl verkauft.

(Ich würde dir empfehlen, in einer auch von Einheimischen genutzten Drogerie Arganöl zu kaufen.)

 

  • Auch das Umland von Taroudant hat einige Ausflugsmöglichkeiten: Unweit der Stadt haben sich zahlreiche Gerbereien niedergelassen und in dieser Region wird das kostbare Arganöl gewonnen und der noch viel kostbare Safran geerntet.

Impressionen aus "little Marrakesch" Taroudannt


#5

Natur Pur im "Paradise Valley"

Das Paradise Valley ist etwa eine Stunde Autofahrt von Agadir entfernt und bei Touristen als auch Einheimischen ein beliebtes Ausflugsziel.

 

Die sonst karge Wüstenlandschaft erwacht hier durch einzigartige Weise zum Leben. Durch tiefe Felsspalten fliest das Schmelzwasser des Atlasgebirges hinab Richtung Tal. Durch die natürlichen Begebenheiten formten sich so im Laufe der Zeit Natur-Pools. Im Frühling ist das Wasser klar und man kann in den Stein-Pools baden. Durch das viele Schmelzwasser der Berge bilden sich dann sogar gewaltige Wasserfälle.

 

Als wir im Dezember dort waren, war der Wasserpegel eher niedrig. Es gab keine Wasserfälle und das Wasser der Natur-Pools war mehr braun-grün und somit weniger einladend um darin zu baden.

 

Das Gebiet ist mittlerweile sehr touristisch erschlossen, eine Vielzahl von Cafés säumen den Weg und verkaufen frisch gepressten Orangensaft oder marokkanischen Minztee.

Minuspunkt: Bei unserer Wanderung durch die Schluchten fanden wir leider abseits der Wege einige Müllabladeplätze. (Organgenschalen, Glasflaschen, Aludosen, Essensreste, Pastikverpackungen.)

Das nimmt der wilden Unberührtheit des Paradies-Valley's etwas von seinem Zauber, aber trotzdem lohnt sich ein Besuch! Die Vegetation ist vielseitig, je nach Jahreszeit kann man baden oder Wasserfälle bestaunen.

 

Gut zu wissen:

  • Es empfiehlt sich festes Schuhwerk zu tragen, da die Wanderwege lang, steinig und steil sein können.
  • Die Wege sind nicht barrierefrei.
  • Es gibt keine sanitären Anlagen.

Impressionen aus dem Paradise Valley


The maroccan way of doing business

 

Wo bekomme ich ein Mietauto?

Wir durchforsteten das Internet und stießen auf einen privaten Anbieter. Kontaktierbar über WhatsApp. Was soll ich sagen? - Es hat alles gut und unkompliziert funktioniert.

Sicherlich gibt es aber auch bereits am Flughafen einen Autoverleih oder das Hotel hilft bei der Vermittlung weiter.

 

Wo parken?

Das Parken war nie ein großes Problem.

  • In Paradise Valley gab es einen Parkwächter, der gegen ein paar Münzen auf das Auto aufpasste.
  • Außerhalb auf einem öffentlichen Parkplatz in Taroudant kam prompt ein Mann auf uns zu und bot seine Dienste an. Er sagte, er kenne einen zentralen Parkplatz. Von anderen Hotelgästen wussten wir, dass wir die Hilfe annehmen können und er für ein paar Taler uns einen zentralen Stellplatz zeigen wird. Der Herr fuhr mit dem Roller voran und wir fuhren hinterher. Kreuz und Quer, fast gegen menschliche Hindernisse und durch Marktstände. Der Parkplatz war bewacht und günstig. Wo das war? Keine Ahnung. Wir hätten den Parkplatz selbst auf keinen Fall gefunden! Uns war tatsächlich etwas mulmig, aber das Vertrauen hat sich ausgezahlt.
  • In Taghazout konnten wir bequem an der Straße parken.

 

Kamel reiten oder eine Stadtführung gefällig?

Natürlich wartet hinter jeder Ecke der nächste Araber auf uns, um uns zu einem Ritt auf seinem Kamel zu überreden, uns die Stadt zu zeigen oder sonst irgendetwas zu verkaufen. Auch hier wieder Kaffeefahrt-Alarm! Wir taten uns wirklich schwer den ein oder anderen abzuwimmeln, schließlich möchte man nicht unhöflich sein. Aber mit einem freundlichen und bestimmten "La, shokran" (Nein, danke) kamen wir aus allen Situationen raus.

 

Handeln?

Ja! Unbedingt! Das Handeln gehört zum guten Ton und wird sogar erwartet.

Als Richtwert kann man sagen, dass man gut und gerne um die Hälfte des Preises runtergehen kann. Am Ende nähert man sich an und trifft sich irgendwo in der Mitte.

 


Tipps für deine Ausflüge in Marokko

  • Bring viel Geduld mit und plane Umwege ein. (Vielleicht kennst du den Passierschein A38 aus Asterix? - Genau SO!)
  • Immer Handeln, das gehört zum guten Ton und wird sogar erwartet.
  • Kaufe Safran und Arganöl dort wo auch Einheimische einkaufen.
  • Wenn man in Bedrängnis gerät: Bleibe freundlich, aber bestimmt. ("la, shukraan!" Nein, danke)
  • Packe Desinfektions- und Taschentücher ein.
  • Denke an genug frisches Trinkwasser.
  • Trau dich aus der Hotelanlage und erlebe das echte marokkanische Leben!


Marokko ist ein tolles Land, mit tollen Menschen, einer aufregenden Kultur, freundlichen Menschen, Traumwetter und Traumstränden.

Nichts wie los!

Sei frei, wild und wunderbar!
Sei frei, wild und wunderbar!

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