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Au Pair: Eine große Chance, wenn die Familie Hilfe braucht


Au Pair. Weltweit im Austausch

Die Möglichkeit eines Au Pair-Aufenthalts hat zahlreiche Vorteile: Ein junger Mensch lernt auf einfachem Wege eine neue Sprache und im Gegenzug bekommt die Familie Hilfe im Haushalt und bei der Kinderbetreuung.

Damit die gemeinsame Zeit ein Erfolg wird, habe ich mit Agenturen gesprochen und herausgefunden, woran das Zusammenleben oft scheitert. Meine Ergebnisse habe ich für dich in den Beitrag gepackt.

 

Der Begriff „Au-pair“ stammt ursprünglich aus der Schweiz und bedeutet „im Austausch“. Damals, Mitte des 19. Jahrhunderts, schickten Familien aus dem deutschsprachigen Teil der Schweiz ihre Töchter in den französischsprachigen Teil, um dort die Sprache zu lernen.

Sie kümmerten sich um die Kinder der Gastfamilie und erledigten leichte Aufgaben im Haushalt. So erhoffte sich die Familien, ihre Töchter gut für die spätere Rolle als Hausfrau und Mutter vorzubereiten.

Das ist heute glücklicherweise anders, aber das Prinzip bleibt dasselbe: Es soll ein Austausch stattfinden, von dem im Idealfall alle profitieren.

 

Das Au Pair hat die günstige Möglichkeit im Ausland unterzukommen und die Gastfamilie bekommt Unterstützung im Haushalt und der Kinderbetreuung.

Vorteile für das Au Pair:

  • Einfacher Zugang zu einer Fremdsprache. Die Sprache kann intensiv mit der Gastfamilie geübt werden.
  • Man erlebt eine fremde Kultur hautnah.
  • In einem geschütztem Umfeld lernt das Au Pair auf eigenen Beinen zu stehen.
  • Das Verantwortungsbewusstsein wird größer.

Vorteile für die Gastfamilie:

  • Man hat eine verlässliche Hilfe im Haushalt und der Kinderbetreuung.
  • Die Kinder werden weltoffen erzogen und können sogar die Muttersprache des Au Pairs lernen.
  • Die Kosten können steuerlich geltend gemacht werden.

 



Wer kann Au Pair werden?

 

Alle zwischen 18 und 26 Jahren, mit guter Gesundheit, selbst unverheiratet und kinderlos, dürfen als Au Pair arbeiten.
Nichtrauchen und Führerschein mit Fahrpraxis sind oftmals auch von Vorteil, jedoch grundsätzlich keine Voraussetzung.

Da die Bräuche und Sitten anders sind, muss das Au Pair ein gewisses Maß an Anpassungsfähigkeit mitbringen und gewillt sein, sich in die Gastfamilie zu integrieren.

 

Bro Pair

Nicht nur junge Frauen dürfen die ersten Erfahrungen im Ausland im Rahmen eines Au Pair-Aufenthalts sammeln, auch junge Männer werden gerne aufgenommen.

 

Granny Au Pair

Seit einigen Jahren gibt es auch die Möglichkeit, sich im Rentenalter der Herausforderung zu stellen und als Gast-Oma zu einer Familie zu ziehen. Es ist nie zu spät!

 

Weltkugel und Zusammenhalten

Wo findet man nun die richtige Gastfamilie, bzw. ein geeignetes Au Pair und woher weiß ich, ob wir gut zusammenpassen?

Am einfachsten beauftragt man eine Vermittlungsagentur. Im Internet gibt es zahlreiche Anbieter, dort können auch zuerst kostenlose Informations-Broschüren angefordert werden.

 

Bei der Registrierung werden sogar Vorlieben und Vorstellungen abgefragt und mit den Informationen ein Persönlichkeits-Profil erstellt. Damit kann die Organisation die am besten passenden Personen zusammenführen.

 

Wenn ein Kontakt ermittelt wurde, finden Telefongespräche oder Videotelefonie statt.

  • TIPP: Achte dabei auf dein Bauchgefühl: Ist das Gespräch angenehm und du fühlst dich wohl mit deinem Gegenüber, dann ist es vielleicht schon ein Volltreffer.

Fällt das Gefühl eher negativ aus, dann sei so ehrlich und suche weiter. Du musst schließlich mehrere Monate mit diesem Menschen unter einem Dach leben. Das Letzte, was man braucht, ist Stress in der Familie.

 


Was macht das Au Pair in der Gastfamilie?

Dass das Au Pair primär für die Kinderbetreuung zuständig ist, wissen wir bereits – aber wie sieht so ein Tag in der Gastfamilie aus? Wie sind die Arbeitszeiten und hat es auch mal Urlaub?

 
Meistens arbeiten die Gasteltern viel, sind wenig zu Hause oder leben gar getrennt. Daher benötigen sie Unterstützung, um den Kindern einen geregelten Tagesablauf zu ermöglichen.
Das Au Pair begleitet die Kinder durch den Tag und übernimmt leichte Hausarbeiten wie etwa abwaschen und aufräumen. (Mit einer Nanny oder einer Haushälterin darf es trotzdem nicht verwechselt werden!)

 

Die Arbeitszeit beläuft sich auf 5 Tage und maximal 30 Std. in der Woche.

Der Aufenthalt dauert normalerweise zwischen sechs und zwölf Monaten.

  • In der Freizeit kann ein Sprachkurs absolviert werden, der wird oft von der Gastfamilie bezuschusst.
  • Außerdem stehen pro Quartal eine Woche Erholungsurlaub zu, um beispielsweise die eigene Familie zu besuchen.

Es kommt vor, dass Gasteltern lange arbeiten oder über Nacht wegbleiben müssen. Dann ist das Au Pair auch nachts für die Kinder da. 

 


Was macht die Gastfamilie für das Au Pair?

Zuerst muss die Entscheidung getroffen werden, einen zunächst fremden Menschen in die Familie aufzunehmen, mit allen Rechten und Pflichten. Es müssen außerdem gewisse Voraussetzungen erfüllt werden, um ein Au Pair aufnehmen zu können.

 

Der Lebensraum der Familie muss groß genug sein, um ein eigenes Zimmer zur Verfügung stellen zu können. Ein weiterer Faktor ist das Einkommen: Die monatlichen Kosten belaufen sich auf etwa 500–600 € im Monat.

Konkret bedeutet das:

  • Unterkunft und Verpflegung
  • 260 € Taschengeld (65 € pro Woche)
  • Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung
  • Zuschuss zu Sprachkurs & Flugtickets
  • evtl. notwendige Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel

Die Betreuungskosten, die anfallen, können steuerlich geltend gemacht werden.

 

Um erfolgreich ein Au Pair aufzunehmen, sollte es mit offenen Armen empfangen werden

 

Um Missverständnisse vorzubeugen, müssen klare Absprachen getroffen werden.

Das Au Pair versteht die Sprache vielleicht noch nicht sonderlich gut und kommt aus einem ganz anderen Umfeld. Oft ist es noch sehr jung und steht nun das erste Mal auf eigenen Beinen.

Die meisten jungen Erwachsenen, die sich auf das Abenteuer einlassen, strengen sich jedoch an und sind gewillt einen guten Job zu machen.

 

Es ist auch schön, wenn man es als Familienmitglied behandelt und überall mit eingebunden wird, falls es das möchte.

 


Meine persönliche Erfahrung war ein voller Erfolg!

 

Ich selbst war Au Pair und fand es toll: Es war einer der wichtigsten Schritte meines Lebens.

Ich bekam die richtigen Impulse in die richtige Richtung.

 

Auch mit meiner Gastfamilie hatte ich großes Glück. Meine Gastmutter war für mich ein großartiges Vorbild.

Die Erinnerungen an meine Zeit in Nordirland sind noch lebendig und prägen mich bis heute, als Mutter und als Mensch.

 


In der Theorie hört sich das alles nach grüner Wiese, Sonnenschein an – Was aber, wenn dicke Wolken am Himmel stehen und das Zusammenleben weder harmonisch, noch eine Bereicherung ist?

 

Natürlich kann es sein, dass gewisse Konstellationen nicht funktionieren, auch kommen junge Menschen heute mit einem größeren Selbstbewusstsein um die Ecke, als noch vor 20 Jahren.

 

Generationsunterschiede, starkes Heimweh und unangemessene Arbeiten, die das Au Pair erledigen soll, sind die häufigsten Faktoren, die zu einem vorzeitigen Ende zwingen.

Aber am fatalsten sind falsche Erwartungen beider Seiten und eine fehlende Kommunikation.

Klare Absprachen sind der Schlüssel zu einer harmonischen, sich selbst tragenden Familiendynamik.

 


Für immer ein Teil der Familie!

Viele Menschen, die in einer Gastfamilie untergekommen sind, zehren ein Leben lang davon, sie bleiben in tief verbundener Freundschaft: Post mit Glückwünschen zum Geburstag oder die Einladung zur Hochzeit der ehemaligen Au Pair-Kinder!

Familie am Abend

 

Warst du selbst auch Au Pair? Wo warst du und wie hat es dir gefallen?

Oder hast du vielleicht vor eines aufzunehmen?

Lass es mich gerne wissen!

 

Linda von Irgendwo mit Kind

 


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