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Weihnachten unter Palmen - wie es das bayerische Christkind in die Karibik geschafft hat.


Es war schon immer mein Traum gewesen, Weihnachten im Süden am Strand zu verbringen: Die Füße im feinen Sand, eine zarte Brise Meeresluft die durchs Haar streichelt, raschelnde Palmenblätter und warme Sonnenstrahlen auf der Haut.

Genau DAS habe ich mir gewünscht.

 

Gerne erzähle ich Dir, was mich dazu motivierte allein mit meinem Kind "Weihnachten am Strand" dem jährlichen get-together im Kreise der Familie vorzuziehen.

Das Thema Familie war genau der Punkt: Zusammen mit meiner Tochter war die Familie nämlich schon komplett, also meine Familie. Nicht Ihre. Sie verbrachte grundsätzlich den 25. und 26. Dezember bei dem Papa und dessen Verwandten. Durch unglückliche Umstände trug ich plötzlich die Etikettierung "alleinerziehend" und so blieb dann für mich nur die Couch und Plätzchen als Trostspender, und drei Haselnüsse für Aschenbrödel und die Märchen auf ARD im TV.

 

Zugegeben, soooo schrecklich war es nicht, aber dennoch fühlte ich mich ziemlich verloren zwischen Gesellschaftsstandards und Pflichtbewusstsein. Ich war schon immer ein Freigeist, ein Rebell, der immer alles anders machen wollte und endete in einem Korsett, das mir nie wirklich passte, von mir selbst und meinem Umfeld hinein geschnürt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich daran erstickte. Ich musste da raus! Ich wollte mein Glück selbst bestimmen und mich nicht mehr von Anderen in eine Form quetschen lassen, die mir nicht steht.

 

Weihnachten unter Palmen

Ja! DAS wollte ich!


 

Gerade die Zeit um Weihnachten ist für Alleinerziehende oft schwierig, schließlich ist der Traum von Friede, Freude und Familie geplatzt. Die Enttäuschung tut weh und der Verlust wiegt zu dieser Zeit besonders schwer.

In dem ein oder anderen Jahr beugte ich meinem jämmerlichen Single-Dasein während den Weihnachtsfeiertagen vor und meldete mich sogar freiwillig für einen Flug. Das ist nämlich die traurige Realität getrennter Eltern: Getrennte Weihnachten, gebrochene Herzen und außer Plätzchen, Couch und TV nichts zu tun.

 

Aber ich wäre nicht ich, wenn ich mich diesem Schicksal einfach so ergeben würde. NEIN! Nicht mit mir. (Zu mindestens diesmal nicht.) So buchte ich einen Urlaub. Unter Palmen, in der Karibik, mit durchschnittlich 30 °C und viel Sonne.

 

Wenn dir das Leben Zitronen gibt, frag nach Tequila!

 

Lies weiter um zu erfahren, wie es das bayerische Christkind bis nach Mexiko geschafft hat, wie die Geschenke unter den Baum kamen, und wie das mit dem Nikolaus, dem Adventskalender und den anderen Traditionen wie Plätzchen backen umgesetzt werden konnte.

 


Es ist DIE Zeit im Jahr: Die Zeit für Wunder und Magie

1. Die Weihnachtstraditionen:

 

Trotz frommer, ländlicher Erziehung und drei Jahren Pfarrkindergarten blieb meine Kirchentreue zuletzt etwas auf der Strecke. Nichtsdestotrotz gehört der Glauben zu meiner Kultur und natürlich zelebriere ich religiöse Feste wie z.B. Weihnachten mit all seinen Facetten. Auch versuche ich die damit verbundenen Werte meinem Kind zu vermitteln und den Zauber von Weihnachten so lange es geht aufrecht zu erhalten.

 

Somit war sonnenklar, dass ich auf unserer Reise die Weihnachts-Traditionen einfach mit in den Urlaub nehme. Schließlich ist Weihnachten wunderschön und als ich klein war, habe ich diese Zeit geliebt, und möchte diese Freude nun auch meinem Kind ermöglichen.

 

Same, same - but different: Die Adventszeit - mal anders...

 

Isla Mujeres: Hier wirkt die Weihnachtsdekoration wie fehlplatziert :)

 

Zuhause bin ich für die Weihnachtszeit sehr gut ausgerüstet und habe genug Deko-Kram für drei Haushalte und eine ganze Schublade voll mit Plätzchen-Ausstechern. Unterwegs musste ich gut planen und improvisieren.

 

2. Plätzchen backen:

 

Fast das Wichtigste in der Weihnachtszeit ist das Plätzchenbacken. Den Kindern bereitet das gemeinsame Backen immer großen Spaß und natürlich wollten wir auch dieses Jahr ein paar Plätzchen backen. Ich war gut vorbereitet: Zuhause hatte ich die wichtigsten Gewürze wie z.B. Zimt und Vanille, nützliches wie Backpulver und dreierlei Plätzchen-Ausstecher eingepackt. Vor Ort stellte ich dann leider fest, dass ich keinen Ofen in der Küche habe. Ich habe das dann folgendermaßen gelöst:

  • Pfannkuchen gemacht und die Kleine ausstechen lassen.
  • Eine Packung Cornflakes, verschiedene Nüsse und Schokolade gekauft. Nüsse grob gehackt und angeröstet. Schokolade geschmolzen, Zimt dazu gegeben und mit den Cornflakes gemischt, portioniert und fertig waren die Schoko-Crossies.
  • Butterkekse besorgt, einen Zuckerguss aus Zitrone und Puderzucker angerührt und mit Streuseln, Smarties und Gummibären verziert.

Das war ein Teil der Dekoration am Hauptplatz in Holbox.

3. Adventskalender

 

Einen Adventskalender braucht jedes Kind!

Den Kalender hatte ich bereits zuhause besorgt, in Zeitungspapier verpackt und mitgenommen. Da er relativ groß war und nicht verheimlicht werden konnte, habe ich behauptet, das wäre ein Geschenk für unsere Vermieterin. Am 1.12. habe ich ihn ihr geschenkt. Die Freude war natürlich riesig.

Beim Kauf habe ich darauf geachtet, dass der Kalender sinnvolle Dinge enthält, die uns während unserer Reise nützen. Er beinhaltete etwas zum Basteln und Malen, ein Puzzle, etwas zum Vorlesen und etwas zum Spielen.

 

4. Nikolaus

 

Natürlich kam auch am 6.12. der Nikolaus zu uns. Einen kleinen, gefüllten Nikolausstiefel habe ich vor die Tür gestellt, als "ich mich nochmal vergewissern wollte, dass die Tür verschlossen ist."

Für den Nikolaus hatte ich auch zuhause schon alles besorgt und mitgenommen. Aufgrund der Temperaturen konnte ich keinen Schokoladen-Nikolaus einpacken, dafür gab es ein Stickeralbum und Gummibären.

 

5. Wunschzettel

Gemeinsam haben wir einen Wunschzettel geschrieben. Sie hat gesagt, was sie sich wünscht und ich habe es aufgeschrieben. Sie durfte außerdem noch ein Bild für das Christkind malen. Zusammen mit ein paar Keksen haben wir den Wunschzettel vor unsere Türe gelegt.

Als sie schlief habe ich den Zettel weggenommen, einmal vom Keks abgebissen und eine Prise Glitter über alles gestreut. Am Morgen erzählte ich ihr, dass das Christkind immer etwas Goldstaub verliert, weil es beim Losfliegen fest mit den Flügeln schlagen muss. Ihre leuchtenden Augen und die Begeisterung, dass das Christkind da war: Unbezahlbar!

 

6. Weihnachtsbaum

 

Das „Problem“ Weihnachtsbaum habe ich ganz spontan vor Ort gelöst.

Wir waren an Weihnachten in Holbox. Einer Insel an der Nordküste Yukatans.

 

Als wir nach langer Anreise endlich ankamen habe ich gemerkt, dass wir beide erst mal eine Pause brauchten und nicht bereit sind für neue Eindrücke.

So fingen wir an zu basteln. Da kam mir die Idee den Weihnachtsbaum einfach zu malen. Warum auch nicht? Ich klebte einige DIN-A4-Blätter zusammen und malte den Umriss eines Tannenbaums darauf. Dieser wurde von uns grün ausgemalt.

Abschließend malten wir noch bunte Kugeln und klebten silberne Sterne darauf. Dann habe ich den "Baum" mit viel Klebeband an die Wand geklebt.

Et Voilà: Wir hatten also erst mal den Weihnachtsbaum aufgestellt ehe wir auch nur einen Blick auf das wirklich traumhafte Meer werfen konnten.

 

Na? Wie findest Du unseren Weihnachtsbaum? :)

 

Wie Du siehst, gibt es für alles eine Lösung. Die Lösung muss nicht perfekt sein. Den Kindern ist das egal. Sie freuen sich sicher über Alles!

 

7. Woher kommen die Geschenke?

 

Relativ schnell merkte ich, dass sich die Gelegenheit heimlich Geschenke zu besorgen nicht ergeben wird. Wir waren 24/7 zusammen. Die Geschenke-Beschaffung als alleinerziehende Mutter mit einem sehr aufmerksamen Kind ist daher leider wenig romantisch.

Mein kleiner Weihnachtshelfer war: AMAZON Mexiko.

Ich habe online alles bestellt und in die Unterkunft liefern lassen.

Dem Vermieter hatte ich darüber informiert, dass es sich um Weihnachtsgeschenke handelt und abgesprochen, dass er das Paket derweil in einer Kammer aufbewahrt.

Das Geschenkpapier hatte ich im Supermarkt gekauft und erzählt, dass das Christkind es zusammen mit dem Wunschzettel abholt.

 

Kurz vor Weihnachten habe ich dann in der Nacht das Paket aus der Kammer geholt, alles heimlich im abgeschlossenen Bad eingepackt und in einem leeren Koffer versteckt.

 

8. Wie kommen die Geschenke unter den Baum?

 

Weihnachten haben wir auf einer Insel verbracht. Unsere meisten Sachen blieben in der Zwischenzeit in unserem Apartment auf dem Festland zurück. Um die Geschenke heimlich transportieren zu können, musste ich jedoch einen extra Koffer mitnehmen. Da ich aus diesem Koffer bei der Ankunft jedoch nichts ausgepackt habe, wurde meine Tochter natürlich neugierig und es kam prompt die Frage warum und was da denn drinnen sei. Zum Glück konnte ich den Fokus meiner 3 ½-jährigen zügig auf etwas Anderes lenken.

 

An Weihnachten selbst sagte ich, ich hätte den Schlüssel vergessen mitzunehmen und sie solle eben kurz draußen warten. So bin ich in unser Zimmer gestürzt, habe alle Geschenke unter unserem „Baum“ drapiert und nach 15 Sekunden war ich auch schon "mit dem Schlüssel" zurück.

 

9. Das Weihnachtsmenü

 

Für unser Weihnachtsdinner habe ich uns ein tolles Restaurant ausgesucht. Prädikat: fancy.

Da saßen wir also an Weihnachten in der Karibik, die Füße im weichen Sand, bei Lounge-Musik und Vollmond. Das Essen war wirklich exklusiv und köstlich. Ja, es gab sogar ein Glas Wein für mich und zum Abschluss Dessert und Espresso.

Mein Kind war davon allerdings wenig beeindruckt und lag mir minütlich in den Ohren, wann wir endlich gehen. Sie konnte weder das schöne Ambiente noch das wirklich leckere Essen genießen. Die Gedanken kreisten ausschließlich um die bevorstehende Bescherung. Ich muss zugeben, dass mich das ziemlich genervt hat.

Also erwartet nicht immer: Friede, Freude, Eierkuchen. Sondern akzeptiert, dass die Laune der Sprösslinge stark einknicken kann, immer und überall. Aber natürlich ganz besonders, wenn der Weihnachtsmann oder das Christkind auf sich warten lassen. :)

 

Ein Besuch in der Kirche von Holbox (Mexiko) an Heiligabend.


Hast Du nun auch Lust Weihnachten unter Palmen zu verbringen?

 

Weiße Weihnachten gab es bei uns in letzter Zeit zugegeben eher selten, daher ist es nicht verwunderlich, dass der Ein oder Andere dem nasskalten Matsch-Wetter entfliehen möchte.

Auch der Vorweihnachtsstress schlägt aufs Gemüt, der Geschenke-Wahnsinn nervt und „ruhig und besinnlich“ ist auch schon lange nichts mehr. Da liegt der Gedanke nahe, einfach mit der Familie ins Warme abzuhauen.

 

Oder wer im Winter-Modus ist und weiße Weihnachten anstrebt, der begibt sich vielleicht in die Berge in den Skiurlaub. Unterm Strich begegnet man aber den selben Fragen: Wie kommt der Weihnachtsmann an den Urlaubsort? Wann und unter welchen Baum kann er dennoch die Geschenke legen?

 

Wie ich Dir gezeigt habe, ist das alles gar kein Problem!

 

Ok, überredet. Wo kann man denn hin?

 

Die besten Reiseziele für Weihnachten unter Palmen:

  • Kanaren: Fuerteventura, Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote
  • Mittelamerika: Costa Rica, Mexiko
  • Nordafrika: Marokko, Ägypten
  • Afrika: Südafrika, Namibia, Tansania

Natürlich gibt es noch viele weitere hervorragende Reiseziele um sich mit der Familie an Heiligabend unter eine Palme zu hocken und cocktailschlürfend Weihnachtslieder zu singen.

 


Es war viel Improvisation und doch hätte es nicht besser sein können!

 

In diesem Beitrag habe ich Dir bewiesen, dass NICHTS unmöglich ist und man seine Traditionen, egal wo man sich aufhält, mitbringen kann und umsetzten sollte.

 

Es hat mir extrem viel Spaß gemacht einmal an Weihnachten auszubrechen.

Ich glaube, es ist mir trotzdem ganz gut geglückt Leandra eine besondere Zeit und ein magisches Fest geschenkt zu haben.

Diese Erfahrung erfüllt mich bis heute mit unendlicher Dankbarkeit.

 

Unser kleines, perfektes Weihnachten unter Palmen, am Strand. Träume können wahr werden! Mach's mir nach!

Der Traum von einsamen, endlosen Sandtränden wird in Holbox wahr.
Der Traum von einsamen, endlosen Sandtränden wird in Holbox wahr.

 

Folge dem Ruf Deines Herzens und mach Dich zusammen mit Kind(ern) auf den Weg in Richtung Freiheit und Glück. Du musst Dich für nichts rechtfertigen, was Dich glücklich macht.


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